Unsere Heimat – unsere Natur!

Unsere Heimat und unsere Natur um Altenkirchen

Dittweiler, Altenkirchen und Frohnhofen sind die 3 Kohlbachtalgemeinden der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg.

Unsere Gemeinde Altenkirchen hat 1357 Einwohner und liegt in klimatisch geschützter Lage umgeben von bewaldeten Bergrücken. Die Streuobstwiesen mit den Süßkirschenbäumen auf unserer Gemarkung sind weithin bekannt ( jedoch rückläufig ). Wiesen, Äcker und Hecken runden das Landschaftsbild ab. Durch seine Zugehörigkeit zum Landschaftsschutzgebiet Höcherberg-Westrich und ohne Flurbereinigungsverfahren konnte sich hier eine herrliche Natur mit großer Artenvielfalt und an manchen Orten auch Unberührtheit entwickeln. Die Rechtsverordnung über das Landschaftsschutzgebiet trat am 28.9.1977 in Kraft.

Schutzzweck ist die Erhaltung der Schönheit, des Erholungswerts und des Naturgenusses der Landschaft, welche durch die Abwechslung von bewaldeten Gebieten, Brachflächen, Wiesentälern und noch landwirtschaftlich genutzten Flächen besonders gepägt ist, sowie die Verhinderung von Beeinträchtigungen des Landschaftshaushaltes. Die Natur ist vor Bebauung und Zerschneidung zu schützen.

Bei der Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes Höcherberg-Westrich ging es auch darum, den Erholungwert der großen zusammenhängenden Laub- und Mischwälder um den Hainerkopf, Schächelwald, Knopfwald, Hengstwald und Dörrbergwald zu schützen (Quelle: S. Ohliger, ehemaliges Mitglied Landespflegebeirat, Kreisverwaltung Kusel).

Den Verantwortlichen in den Gemeinden, der Landespflegebehörde und den ehrenamtlichen Naturschützern war es wichtig, den immer größer werdenden Landschaftsverbauch zu stoppen und bedrohte Pflanzen und Tiere zu schützen. Der Mensch ist ein Teil der Natur  und ohne sie nicht überlebensfähig. Will man die Natur schützen, muss man aber nicht nur einzelne Pflanzen und Tierarten unter Schutz stellen, sondern vor allen Dingen die Lebensräume, an die sie gebunden sind. Um den Schutzzweck zu erreichen, müssen diese Gebiete aber eine bestimmte Größe haben.

Aus Sicht des Naturschutzes wird gefordert, mindestens 3-5% der Fläche des Landes unter Naturschutz zu stellen. Im Kreis Kusel sind es bisher 0,6% (Quelle Pollichia ).

Der Windpark Altenkirchen/Dittweiler

In den Wäldern oberhalb der Ortslage von Altenkirchen sind auf den Gemarkungen Schächel, Neuberg und Hainerkopf ( Funiswald ) 5 Windräder von 200 Metern Höhe geplant. Die Gemarkung oberhalb des Hauptweges durch den Schächel gehört zu Dittweiler, dort sind 2 Windräder vorgesehen

1 WKA im Schächel Nähe Bienenhaus, 1 WKA am Neuberg (Wald auf der anderen Staßenseite Nähe K5 ), sowie 1 WKA am Hainerkopf sind auf Altenkirchener Gebiet geplant.

Bisher waren Windräder imWald und in Landschaftsschutzgebieten nicht zulässig. Auf der Suche nach immer mehr Windradstandorten hat die Landesregierung im Frühjahr 2013 im LEP IV auch Landschaftsschutzgebiete und Wald freigegeben. Vorrangig sollen aber  naturferne Wirtschaftswälder, Monokulturen, durch Windwurf oder von Schädlingsbefall betroffene Wälder genutzt werden.

Der Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume. Der Wald ist noch immer eines der letzten Ökosysteme, auch wenn die meisten Bäume, ohne ihr Leben zu Ende gelebt zu haben, unter der Säge sterben. Der Anteil schutzwürdiger, gefährdeter Biotope ist zumeist nirgends größer als im Wald, mit großem Abstand zu allen anderen Lebensräumen. Wälder speichern und filtern Regenwasser und sorgen für dessen gleichmäßigen Abfluss. Sie schützen die Böden vor Erosion durch Wind und Wasser. Nach den Ozeanen beeinflussen sie das globale Klima am stärksten. Wen wundert es da, dass ihnen angesichts des drohenden Klimawandels eine besondere Bedeutung zukommt: Sie filtern Kohlendioxid aus der Luft und produzieren lebenswichtigen Sauerstoff (grüne Lunge ).

Der Wald oberhalb von Altenkirchen ist ein herrlicher, naturnaher Buchen-Eichen Mischwald mit Nadelholzanteilen und vielen anderen Baumarten ( Hainbuche,Ahorn,Espe, Erle, Birke, Kastanie, Kiefer, Lärche,Wildkirsche, Akazie )

Es gibt sehr viele höhlenreiche Bäume für Spechte, Eulenarten und Fledermäuse, sowie wichtiges Totholz mit der typischen Pilzbesiedelung.

An den Waldrändern stehen fast überall ältere, dicke Randbäume. Besonders eindrucksvoll sind die prächtigen, knorrigen Randbuchen entlang des Pfades von Neuberg Richtung Hainerkopf. Diese alten Baumriesen haben schon viel erlebt und manchem Sturm getrotz. Weitgehend unberührte Natur finden wir am Hainerkopf.

Es ist ein herrliches, abgelegenes Fleckchen Erde mit herrlicher Aussicht, welches man sonstwo kaum noch finden wird. Große Bereiche um den Wald am Hainerkopf sind umgeben von Niederhecken ( Weißdorn, Schwarzdorn, Holunder, Heckenrosen ), die einen wichtigen Lebensraum. Nahrungsquelle und Brutmöglichkeit für die Vögel darstellen.

Im Funiswald sind außerdem mehrere idyllische Schluchten mit Wasserlauf (z.B. Hettrichbrunnen). Die alten Grubenstollen dienen den Fledermäusen als Quartier. Im Schächelwald sind es die alten, gesprengten Westwallbunker zwischen Jagdhaus und dicker Eiche (Stammumfang 3.80 m ), die diesen nachtaktiven Insektenvertilgern Unterschlupf bieten. Die Westwallbunker, erhalten oder gespengt, sind in Rheinland-Pfalz ab 2013 denkmalgeschüzt und sollen zudem als grüner Wall im Westen zum Biotopverbund für geschützte Pflanzen und Tierarten beitragen.

Im Schächel steht auch das Bienenhaus des Imkervereins Kohlbachtal mit seiner so wichtigen Imkerei. Ohne diese fleißigen Tierchen gäbe es keinen leckeren, gesunden Honig und keine Bestäubung der Blüten. In diesem Wald sind auch einige besonders alte, dicke Fichten. Zu erwähnen wäre noch das Biotop am Sehrpfuhl, eine alte Maardelle mit seltener Flora und Fauna. Durch beide Wälder führt der Kirschenlandwanderweg mit lehrreichen Infotafeln. Außen am Schächelwald entlang in Richtung Bambergerhof führt der Herzog Christian Wanderweg.

Unterhalb des Schächelwaldes, etwa 500 m vom geplanten WKA 1 Dittweiler, liegt die Anlage des Vogelschutzvereins Dittweiler mit Vogellehrpfad in der Elschwiese. Bei der Vogelstimmenwanderung im Mai 2013 konnten 35 verschiedene, zum Teil seltene Arten gehört werden. Das Feuchtgebiet, die Hecken und Wiesen bieten ideale Lebensräume.

Die Erhaltung unseres herrlichen Waldes in seiner natürlichen Gesamtheit ist für Mensch und Tier außerordentlich wichtig. Hier kann man die natürlichen Abläufe der Natur erleben, Ruhe geniessen und Erholung finden. Besonders der Schächelwald wird auch von vielen Naturliebhabern aus den umliegenden Gemeinden zum Entspannen, Spazierengehen und Joggen aufgesucht, da er von mehreren Orten gut erreichbar ist.

Für die waldbewohnenden Tiere und Vögel ist er Rückzugsgebiet und Lebenraum.

Diese letzte Bastion der Natur darf nicht zerstückelt werden, denn unsere Nachkommen haben auch ein Anrecht darauf so eine herrliche Natur erleben zu dürfen.

Der Bau von 5 gigantischen Windkraftanlagen mitten in ein hochwertiges Ökosystem kann nicht glaubhaft als echten Beitrag zum Klimawandel vermittelt weden.

Geschützte und durch Windkraftanlagen gefährdete Vogelarten.

Über dem Schächel-und Funiswald und seinen angrenzenden Freiflächen und Wiesen sind häufig der streng geschützte Rotmilan und der Schwazmilan bei Balzflügen und auf Nahrungssuche zu beobachten. Hier ist der ideale Lebensraum für diese eindrucksvollen Goßgreifvögel. Auch Baum- und Turmfalke, sowie verschiedene Bussardarten haben bei uns ihre Heimat. Auch die im Wald lebenden Fledermausarten sind durch Windräder gefährdet. Bereits bei Annäherung können die Lungen platzen ( Barotrauma ).

Eine kleine Sensation und ein echter Beweis der Artenvielfalt rund um Altenkirchen ist der Fund eines Uhunestlings neben dem Sportheim. Beim Sportfest am 13.7.2013 haben Kinder den noch flugunfähigen, stenggeschützten Nachtgreifvogel gefunden. Er wurde dem Tierschutzverein im Landkreis Kusel übergeben. Dort wird er zur Zeit von greifvogelerfahrenen Personen aufgepäppelt und wenn er sich gut entwickelt, wird er hier bei uns wieder ausgewildert. Demnächst ein Foto von dem kleinen Kerlchen auf unserer Seite.

Durch gnadenlose Verfolgung war der Uhu fast ausgerottet. Mit Nachzuchten aus Zoos, z.B.und durch Wiederansiedlungsprojekte, konnte sich der Bestand nach dreißigjähriger Arbeit wieder erholen. Noch warten ganze Landstriche auf die Rückkehr des Uhus, es leben in Deutschland viel weniger Uhus als für die dauerhafte Sicherung der genetischen Vielfalt der Art nötig sind. Vor allem müssen die Lebensräume, die für den Schutz des Uhus oder anderer gefährdeter Vogelarten besonders wichtig sind, endlich geschützt werden. Auch Windparks in der Nähe zu Uhulebenräumen stellen eine große Kollisionsgefahr für den Uhu dar, der gerne im offenen und nur locker bewaldeten Gelände jagt.

Noch zu erwähnen wären die geschützten Schleiereulen, die bereits seit über 25 Jahren bei Mitgliedern der BI erfolgreich brüten. In einem eigens angebrachten Eulenkasten unter dem Dach des Wohnhauses haben sie schon für sehr viel Schleiereulennachwuchs gesorgt, der auch geschützt weden muss.

Die Aufzählung unserer Artenvielfalt könnte noch beliebig erweitert werden, doch schon jetzt wird jedem Leser klar, dass unsere Heimat den geplanten Eingriff wohl kaum verkaften wird und vieles für immer zerstört würde.